Legales // Doping Part I

In unserem zweiteiligen Blogartikel erläutern wir die Gefahren von Doping und zeigen gesunde Alternativen auf, die den Körper auf natürliche Weise zu Höchstformen verhelfen.

Parallel haben wir in unserem Podcast „Bizeps und Bananenbrot“ mit unserem Dozenten und Leistungsdiagnostiker Thomas Hohenwarter in gesprochen:

 

Wir, die Deutsche Sportakademie distanzieren uns zu 100% vom Thema Doping. Die eigene Gesundheit ist das höchste Gut, welches ein Mensch besitzt und diese ist akut und nachhaltig zu schützen. Außerdem unterstützen wir den olympischen Gedanken, welcher einen fairen sportlichen Wettkampf vorgibt.

von David Klinkhammer

Doping ist die Anwendung von unerlaubten Mitteln zur Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit. Was erlaubt und was nicht erlaubt ist, entscheidet auf nationaler Ebene die NADA (National Anti Doping Association). Einfacher gesagt, zählt die Einnahme jeder von der NADA aufgeführten Substanzen als Doping und wird demnach bestraft. Im Sportrecht kann dies zu mehrjährigen bis lebenslange Sperren zzgl. horrenden Geldstrafen führen. Verstößt der Athlet zusätzlich gegen das Arzneimittelgesetzt bzw. Betäubungsmittelgesetz, z.B. bei der Einnahme von Amphetaminen, wird er zudem nach deutschem Rechtssystem bestraft. Hierunter fallen u.a. mehrjährige Freiheitsstrafen. 

Obwohl beim Doping rigoros durchgegriffen wird, hält es eine Vielzahl von Athleten nicht ab, zu unerlaubten Mitteln zu greifen, um sich so einen Vorteil zu verschaffen. Im Jahr 2019 etwa, wurden 17.498 Proben in 895 Wettkämpfen und 117 Disziplinen an deutschen Athleten aufgezeichnet. Dabei konnte die NADA 82 Verstöße gegen die Anti-Doping Bestimmungen aufdecken (Die Dunkelziffern sind erheblich höher und der Breitensport ist in diese Zahlen nicht inbegriffen.). 

„Überall, wo es um Geld und Leistung geht, wird betrogen“, erklärt Thomas Hohenwarter in unserer aktuellen Podcast-Folge auf die Frage, warum Athleten zu solchen Mitteln greifen. Und weiter erläutert er, dass bereits in der Antike leistungsfördernde Substanzen konsumiert wurden. 

So gewannen die Römer aus Mohn Opiate, welche das Schmerzempfinden herabsetzen. Insbesondere im Zweikampf, etwa bei Gladiatorenkämpfen, ein entscheidender Vorteil für den Athleten. Die Chinesen dagegen setzten auf Cannabis, welches die Risikobereitschaft der Athleten enorm verbesserte. In Südamerika nutzten die indigenen Völker Kokablätter, um lange Strecken in kürzester Zeit zurückzulegen. Viele Jahrhunderte später, mit Beginn der olympischen Bewegung im 19. Jahrhundert, stand das Kräftemessen im sportlichen Wettkampf verschiedener Nationen im Fokus. 

Obwohl die Maxime vor allem einen fairen Wettkampf voraussetzte, war der unbändige Siegeswille der einzelnen Nationen größer als dieser Appell. 

Hier waren weder Sportarten noch Lebewesen ausgenommen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war das leistungssteigernde Doping bei Pferden ein Thema. 1910 konnte dies auch das erste Mal nachgewiesen werden, als man Spuren von Alkaloiden im Speichel von Pferden fand. Die ersten nachgewiesenen Dopingtoten beklagte insbesondere der Boxsport. Hier fand man bei Athleten, welche nach schweren Kopfverletzungen verstorben waren, eindeutige Spuren von Amphetaminen. Wie sich letztlich herausstellte, waren es weniger die Schläge auf den Kopf, welche die tödlichen Hirnblutungen auslösten, sondern vielmehr die aufputschenden Drogen. In den 1970er Jahren erzielte das IOC einen ersten Erfolg zur Bekämpfung von Doping. Bei den olympischen Spielen wurde die erste längere Dopingliste präsentiert und Dopingfahnder konnten den Einsatz von Amphetaminen nachweisen. 1976 wurde die Liste glücklicherweise um Anabolika erweitert. Denn Anabolika und Wachstumshormone machten Doping erst im Breitensport populär. Die Bodybuilder-Szene, welche in den 1970er Jahren ihren Höhepunkt feierte, setzte auf eben diese Mittel, um einen schnellen Muskelwachstum zu garantieren, welcher durch reines Training niemals möglich gewesen wäre. Noch heute streben fitnessaffine Trainierende einem Körperideal nach, welches auf natürliche Art und Weise kaum zu erreichen ist. 

Obwohl die Dopinggesetzte verschärft, die Nachweisbarkeit unerlaubter Substanzen genauer und die Kontrollen häufiger wurden, sind die Dopingsünder den Fahndern immer einen Schritt voraus. Sobald ein Mittel auf der Dopingliste steht, werden neue Verfahren zur Leistungssteigerung entwickelt, welche immer schwieriger nachweisbar sind. Trotz des rigorosen Strafenkatalogs nehmen Spitzensportler für den Ruhm einiges in Kauf. Doch nicht nur durch das Verbot, ein eventueller Ausschluss und Geldstrafen sind Gefahren, sie setzen vor allem ihre Gesundheit aufs Spiel und verringern ihre Lebenserwartung.

Die Art des Dopings hängt vom gewünschten Effekt ab und der ist von Sportart zu Sportart unterschiedlich. Generell führen Mittel aus den Kategorien Stimulanzien, Narkotika, anabole Wirkstoffe, Diuretika, Peptidhormone und Gen Doping die Liste der NADA an. Die Wirkung und Gefahren werden nachfolgend dargelegt.


Zu den einzelnen Arten des Dopings zählen: 

Stimulanzien
Hierzu zählen insbesondere Amphetamine, Kokain und Ecstasy. Gerade im Ausdauersport ist diese Form des Dopings sehr beliebt, da die Ermüdungswiderstandsfähigkeit erhöht wird. Die Gefahr hierbei ist, dass ein überstrapazierter und unter Ermüdung leidender Organismus von Kreislaufausfällen bis hin zu einem plötzlichen Herztod führen kann. 

Narkotika
Unterschieden werden opiodartige und nicht opiod-artige Schmerzmittel. In die erste Kategorie fällt das stark wirkende Opium, welches nach dem Arzneimittelgesetz als verbotene Substanz aufgeführt wird. Opium führt langfristig zu Störungen der Hormonsekretion insbesondere in der Hypophyse u. dem Hypothalamus (Wachstumshormone). Zudem sinkt bei Männern der Testosteron- und bei Frauen der Progesteron Spiegel. In der Summe eher hinderlich für gewünschte Anpassungsprozesse im Körper. Nicht-opoidartige Analgetika sind in jeder Apotheke zu erhalten. Tatsächlich zeigen Studien, dass jeder zweite Teilnehmer bei Volksläufen auf Schmerzmittel zurückgreift. Hierzu zählen Aspirin, Voltaren & Co. Schmerz ist ein Signal des Körpers, welches nicht missachtet werden sollte. Trotz Schmerzen weiter zu trainieren kann zu ernsthaften Verletzungen in den entsprechenden Regionen führen. Aspirin hat eine blutverdünnende Wirkung auf den Körper. Die Athleten versprechen sich durch die Einnahme eine bessere Durchblutung der bewegungsausführenden Systeme. Nicht selten führt die Einnahme direkt nach dem Wettkampf zu Nierenfunktionsstörungen und Schädigungen des Magen-Darm-Traktes.

Anabole Wirkstoffe
Die anabolen Wirkstoffe dienen vornehmlich dem Muskelaufbau. Neben Anabolika zählt auch das körpereigene Steroidhormon Testosteron zu dieser Gruppe. 
Wie oben beschrieben, trägt Anabolika zum schnellen Muskelaufbau bei. Das Problem ist, dass es nicht steuerbar ist, welche Muskulatur hypertrophiert. Das Herz kann dem Wachstum ebenso ausgesetzt sein, wie Biceps, Triceps und Co. 
Dicke Herzwände verengen aber gleichzeitig die Herzkammern, weswegen pro Herzschlag weniger Blut in den Organismus gepumpt wird. Das Herz muss insbesondere bei ausdauernderen Belastungen schneller schlagen, um den Organismus mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Die Überbelastung führt zu Herzproblemen und beschert den Konsumenten keine hohe Lebenserwartung. 

Diuretika 
Diuretika sind harntreibende Substanzen und generell nicht als leistungssteigernd anzusehen. Gerade in Sportarten, wo es in Gewichtsklassen vor den entscheidenden Kämpfen oftmals um jedes Kilo geht, werden diese Substanzen jedoch eingesetzt. Außerdem soll mit der verstärkten Urinausscheidung ein Verdünnungseffekt anderer Dopingsubstanzen erzielt werden. 
Eine Entwässerung des Körpers führt schnell zur Dehydrierung und damit verbunden zu Kreislaufproblemen, Muskelkrämpfen und Magen- Darmstörungen. 

Peptidhormone
Das bekannteste Peptidhormon ist zweifelsohne EPO (Erythropoietin), welches sich insbesondere im Radsport großer Beliebtheit erfreute. Mit EPO wird ein Anstieg der roten Blutkörperchen provoziert. Diese haben die Aufgabe, Sauerstoff in unsere Organe zu transportieren. 
Steht der Muskulatur mehr Sauerstoff zur Verfügung, ist diese in der Lage, eine hohe Leistung über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Das Problem beim Blutdoping? Mit Anstieg der Erythrozyten verschlechtert sich die Fließfähigkeit des Blutes, was zur Blutdruckerhöhung oder Thrombosen führen kann. 

Gen Doping
Beim Gen-Doping werden dem Körper keine Substanzen zugeführt. Die Erbsubstanz wird so weit verändert, dass der Körper dazu angehalten wird, stetig leistungssteigernde Substanzen zu produzieren. Eine Deaktivierung des Proteins Mostatin führt etwa dazu, dass der Körper ungehindert Muskulatur aufbaut. Ein Effekt, den so mancher Athlet begrüßen würde. Problematisch ist das unbegrenzte Wachstum insofern, dass neben Muskelzellen auch weitere Zellen gebildet werden. So sind Krebserkrankungen bzw. die Deformierung lebenswichtiger Organe als Nebenwirkungen möglich. 


Spitzensportler stehen unter einem enormen Erfolgsdruck. Sieg oder Niederlage bestimmen maßgeblich ihre Existenzgrundlagen. Die starke und oftmals nicht cleane Konkurrenz im Nacken und verbissene Trainerteams erhöhen diesen Druck. Der Griff zu unerlaubten Substanzen wird unter diesen Umständen wahrscheinlicher. Ein Tunnelblick, der nur den Sieg sieht, koste es was es wolle. Die Gefahren werden den Sportlern erst im Nachhinein im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhaft bewusst. 
Parallel ist die Leistung auch auf völlig legalem Wege steigerbar. Neue Trainings- und Erholungsmethoden sowie eine der Sportart angemessene Ernährungsoptimierung sind wesentliche Coaching-Bestandteile von Spitzenathleten. Gerade in Sachen Ernährung geschah in den letzten Jahren enorm viel. Superfood ist ein wesentlicher Bestandteil in der heutigen Sprache geworden. Hält Superfood was es verspricht oder sollte der Fokus lieber auf altbekannte Hausmittelchen, die sogar die Oma noch kannte, gelegt werden?

Diese und weitere Themen erläutern wir im zweiten Teil dieses Blogs und Podcasts mit Thomas Hohenwarter.

 

  David Klinkhammer

Über David Klinkhammer:

David Klinkhammer ist mit seinem Hintergrund als Sportwissenschaftler (B.A.), Fitness- und Athletiktrainer sowie Ernährungsberater Tutor & Dozent an der Deutschen Sportakademie. Hier betreut & begeistert er die Studenten zu Themen wie Trainingsplanung- und Steuerung, Fitnesstraining in der Praxis, zielgruppenspezifische Trainingsplanung im Cardiotraining und Motivationstraining im Personal Training.

Als leidenschaftlicher Sportler und selbstständiger Fitnesstrainer bietet er Bootcamps und Athletiktrainings in Köln an. Abschalten kann er am besten beim Kochen, bei dem er seine kulinarische Inspiration überwiegend von den vielen Reisen durch Europa und Asien hernimmt.


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