Yogalehrer werden: Alles was Du über den Beruf des Yogalehrers wissen musst

Du interessierst Dich für den Beruf des Yogalehrers und möchtest Yoga vielleicht selbst professionell weitergeben? Auf dieser Seite erfährst Du, was Yoga ausmacht, welche Aufgaben und Tätigkeiten Yogalehrer übernehmen und welche Voraussetzungen für eine Yogalehrerausbildung sinnvoll sind. Zusätzlich erhältst Du Informationen zu Krankenkassenzuschuss und ZPP, realistischen Verdienstmöglichkeiten, wichtigen Versicherungen und möglichen Spezialisierungen im Yoga.

Yoga und das Berufsbild

Yoga ist eine traditionsreiche Praxis mit Wurzeln in der indischen Philosophie. Der Begriff „Yoga“ stammt aus dem Sanskrit, steht sinngemäß für „Verbindung“, „Vereinigung“ oder „Einheit“ und meint die Verbindung von Körper, Geist und Seele. In modernen Kursformaten steht häufig die Verbindung aus Körperübungen, Atemtechniken und Meditation im Mittelpunkt. Klassische Elemente sind Asanas (Körperhaltungen), Pranayama als Atemlenkung und meditative Übungen. Je nach Stil kann Yoga ruhig, regenerativ, achtsam, kräftigend oder dynamisch ausgerichtet sein. Yoga ist mehr als körperliche Bewegung und geht zugleich über reine Entspannung hinaus. Je nach Yogastil, Zielgruppe und Unterrichtskonzept kann Yoga Beweglichkeit, Kraft, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung, Atmung, Stressregulation und Achtsamkeit fördern.

Aufgaben und Tätigkeiten

Die zentrale Aufgabe eines Yogalehrers ist es, Yoga professionell an Einzelpersonen oder Gruppen zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur darum, Übungen vorzumachen, sondern eine Yogastunde sinnvoll zu planen, verständlich anzuleiten und an die Bedürfnisse der Teilnehmer anzupassen. Der Beruf verbindet fachliches Wissen über Yoga, Anatomie und Bewegungslehre mit Didaktik, Kommunikation, Gruppenleitung und häufig auch organisatorischen oder unternehmerischen Aufgaben.

Am Anfang jeder Yogastunde steht die Planung. Yogalehrer entwickeln ein stimmiges Stundenkonzept, das zum Yogastil, zum Erfahrungsniveau und zur Zielgruppe passt. Eine klassische Yogastunde kann zum Beispiel mit einem bewussten Ankommen beginnen, über Mobilisation und vorbereitende Übungen in den Hauptteil führen und mit Atemübungen, Meditation, Achtsamkeit oder Entspannung abschließen. Je nach Ausrichtung stehen dabei dynamische Flows, ruhige Haltungen, kräftigende Sequenzen oder regenerative Elemente im Vordergrund.

Während der Yogastunde leiten Yogalehrer die Teilnehmer Schritt für Schritt durch die Praxis. Sie erklären Körperhaltungen und Atemtechniken, demonstrieren Bewegungsabläufe und geben Hinweise zur Ausführung. Dabei geht es nicht darum, alle Teilnehmer in eine vermeintlich perfekte Haltung zu bringen. Viel wichtiger ist, dass die Übungen sicher, bewusst und individuell passend ausgeführt werden können. Dafür beobachten Yogalehrer die Gruppe aufmerksam und bieten bei Bedarf Varianten, Hilfsmittel oder Anpassungen an. Besonders wichtig dabei sind eine klare verbale Anleitung, achtsame Korrekturen, ein sensibler Umgang mit körperlichen Einschränkungen und die Fähigkeit, unterschiedliche Erfahrungslevel innerhalb einer Gruppe zu berücksichtigen.

Durch diese achtsame und fachkundige Anleitung können Yogalehrer Beweglichkeit, Körperbewusstsein, Entspannung und Achtsamkeit fördern. Sie schaffen einen Rahmen, in dem Teilnehmer ihre eigene Praxis sicher vertiefen, körperliche Grenzen bewusster wahrnehmen und sich Schritt für Schritt körperlich wie mental weiterentwickeln können.

Je nach Arbeitsform gehören auch organisatorische Aufgaben zum Berufsalltag. Viele Yogalehrer planen Kursreihen, koordinieren Anmeldungen, betreuen Teilnehmer, entwickeln neue Angebote oder vermarkten ihre Kurse über ihre Website, Social Media, Newsletter oder innerhalb von Kooperationen.

Das Tätigkeitsfeld ist sehr vielseitig. Yogalehrer arbeiten in Yogastudios, Fitness- und Gesundheitseinrichtungen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Hotels, Vereinen oder online. Darüber hinaus können sie Workshops, Retreats, Einzelstunden, Präventionskurse oder spezialisierte Angebote für bestimmte Zielgruppen entwickeln.

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Ausbildung

Eine Yogalehrerausbildung eignet sich für Menschen, die Interesse an Yoga haben, ihre eigene Yogapraxis vertiefen oder Yoga professionell an andere weitergeben möchten. Besonders passend ist sie, wenn Du Freude daran hast, Menschen zu begleiten, Bewegungen verständlich zu erklären und einen achtsamen Unterrichtsrahmen zu schaffen. Neben der persönlichen Begeisterung für Yoga sind daher auch Offenheit für Körperwahrnehmung, Atem- und Achtsamkeitspraxis sowie ein grundsätzliches Interesse an Anatomie, Didaktik und Kommunikation hilfreich.

Der Beruf des Yogalehrers ist in Deutschland kein einheitlich staatlich geregelter Ausbildungsberuf. Daher gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungsrahmen. Stattdessen ist die Yogalehrerausbildung ein Weiterbildungsfeld, das über Verbände, private Ausbildungsinstitute und Qualitätsstandards strukturiert wird. Wer später professionell unterrichten möchte, sollte nicht nur auf die Dauer und Kosten der Ausbildung achten, sondern vor allem auf Umfang, Inhalte, Praxisanteile, erfahrene Dozenten, anatomische Grundlagen, Didaktik und eine seriöse Abschlussstruktur. 

Voraussetzungen, um Yogalehrer zu werden

Für eine Yogalehrerausbildung gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungsvoraussetzungen. Die konkreten Voraussetzungen hängen aufgrund dessen vom Anbieter und vom Ausbildungsziel ab. Viele Weiterbildungsanbieter setzen eigene Auswahlkriterien wie beispielsweise erste Yogaerfahrung, ein Mindestalter, gesundheitliche Eignung oder bereits vorhandene berufliche Erfahrungen im Bewegungs-, Gesundheits- oder pädagogischen Bereich voraus.

Dauer, Umfang und Kosten

Dauer und Umfang einer Yogalehrerausbildung können stark variieren. Es gibt kompakte Intensivausbildungen, berufsbegleitende Ausbildungen über mehrere Monate und umfangreiche Ausbildungsgänge über mehrere Jahre. Des Weiteren gibt es Präsenz- und Digitalformate aber auch Mischformate mit sowohl Digital- als auch Präsenzphasen.

Ebenso variabel wie die Ausbildungsdauer und Inhalte sind die Kosten. Diese hängen ebenfalls stark von Anbieter, Dauer, Format, Umfang und dem Abschluss ab. Kompakte Ausbildungen sind meist günstiger als umfangreiche berufsbegleitende Ausbildungsgänge mit Präsenzphasen, Praxisanteilen, persönlicher Betreuung und Prüfung.

Bei der Auswahl Deiner Ausbildung sollte der Preis nicht das einzige Kriterium sein. Eine fundierte Yogalehrerausbildung ist eine Investition in fachliche Kompetenz und Unterrichtssicherheit und bildet die Grundlage dafür, Yoga verantwortungsvoll und professionell zu praktizieren und anzuleiten. Bei der Auswahl der Ausbildung solltest Du darauf achten, dass das Ausbildungskonzept zu Deinem Lerntyp passt, die Ausbildung zertifiziert ist und das Wissen von erfahreren Dozenten vermittelt wird.  

Krankenkassenzuschuss und ZPP

Viele angehende Yogalehrer interessieren sich dafür, ob ihre Kurse später von gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden können. Dafür ist die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) relevant. Sie prüft und zertifiziert im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen Präventionsangebote. Die Prüfung durch die ZPP erfolgt kostenfrei, digital und in der Regel innerhalb weniger Wochen.

Wichtig ist: Nicht jede Yogalehrerausbildung und nicht jeder Yogakurs ist automatisch krankenkassenzuschussfähig. Damit ein Yogakurs bezuschusst werden kann, müssen die Qualifikation der Kursleitung und das konkrete Kurskonzept die Anforderungen erfüllen. Die Prüfung der Qualifikation erfolgt getrennt von der Kursprüfung. Nach erfolgreicher Prüfung kann die Kursleitung für das jeweilige Handlungsfeld dauerhaft eingesetzt werden. Weitere Informationen über die ZPP-Zulassung erfährst Du hier.

Gehalt und Verdienstmöglichkeiten

Das Einkommen eines Yogalehrers hängt stark von Arbeitsform, Qualifikation, Spezialisierung, Standort, Berufserfahrung und Auslastung ab.

Fundierte Ausbildungen nach internationalen Standards wie die 200h- oder 500h-Zertifizierung der Yoga Alliance setzen den Grundstein für die fachliche Kompetenz. Darüber hinaus erweitern Weiterbildungen und Spezialisierungen den Kompetenzbereich, können eine Nischenpositionierung ermöglichen und resultierend das Gehalt steigern. Auch die Standortwahl spielt eine entscheidende Rolle, denn laut Bundesagentur für Arbeit ist der Bruttoverdienst im Süden Deutschlands am höchsten. In Großstädten ist sowohl die Nachfrage nach Yogastunden als auch das Preisniveau höher als in ländlichen Regionen.

Während Angestellte ein festes Einkommen haben, können Selbstständige ihr Verdienstpotenzial flexibel gestalten. Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Medianentgelt eines Yogalehrers in Deutschland bei 2.660 € brutto im Monat, wobei die Gehaltsspanne zwischen 2.257 € und 3.251 € liegt.

Als selbstständiger Yogalehrer legst Du Deinen Stundensatz eigenständig fest. Realistische Stundensätze liegen in Deutschland zwischen 25 und 70 €. Des Weiteren verfügen selbständige Yogalehrer über mehrere Stellschrauben, um ihr Gehalt nach oben zu gestalten. Dabei sind mögliche Spezialisierungen, ein professionelles Auftreten und eine positive Reputation und gutes Marketing relevant. Stundensätze können zusätzlich durch die Durchführung von Gruppeneinheiten nach oben skaliert werden.

Bild Absolventin Yogalehrerin Mona Drumm

Yoga hat mir geholfen, mehr bei mir selbst anzukommen, Druck herauszunehmen und meinen Körper besser kennenzulernen. Diese Erfahrung möchte ich gerne an andere Menschen weitergeben.

Mona Drumm, Absolventin der Ausbildung zur Yogalehrerin

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Festanstellung vs. Selbstständigkeit

Als Yogalehrer gibt es drei Möglichkeiten, dem Beruf nachzugehen: Festanstellung, Arbeiten auf selbständiger Basis und Selbstständigkeit mit eigenem Yogastudio. Eine Festeinstellung kann trotz eines tendenziell niedrigeren Gehaltes eine gute Option sein, wenn Du ein sicheres Gehalt und Planbarkeit anstrebst. Darüber hinaus sind kein unternehmerisches Denken und Expertise in Finanzen und Buchhaltung erforderlich. Als festangestellter Mitarbeiter profitierst Du von Vorteilen wie einem regelmäßigen Einkommen, sozialer Absicherung, planbare Arbeitszeiten und weniger unternehmerische Verantwortung.

Für Menschen, die ihre Yogaleidenschaft zum Beruf machen möchten, flexibel arbeiten möchten, ein höheres Gehalt anstreben oder sich zunächst einen nebenberuflichen Verdienst aufbauen möchten, stellt eine Tätigkeit als selbstständiger Yogalehrer eine attraktive Möglichkeit dar. Dabei ist allerdings zu beachten, dass mit einer geringen finanziellen Sicherheit zu rechnen ist, denn konstante Teilnehmerzahlen sind insbesondere am Anfang nicht garantiert. Weiterführend erfordert dieses Beschäftigungsverhältnis unternehmerisches Denken und Handeln in Form von Tätigkeiten wie Buchführung, Marketing und Steuern. Der tatsächliche Verdienst hängt stark vom Geschäftsmodell ab. Ein Kurs mit mehreren Teilnehmern, ein Firmenangebot oder ein Workshop hat eine andere wirtschaftliche Logik als eine einzelne Honorarstunde in einem Studio. Deshalb sollten selbstständige Yogalehrer nicht nur ihren Unterrichtspreis, sondern auch Auslastung, Nebenkosten, Vor- und Nachbereitung sowie Ausfallzeiten realistisch kalkulieren.

Die höchsten Umsatzmöglichkeiten bietet die Eröffnung eines eigenen Yogastudios. Dieser Karriereweg geht allerdings ebenfalls mit den höchsten Investitionskosten und dem höchsten Risiko einher. Essenziell für die Verwirklichung eines eigenen Studios ist eine Gewerbeanmeldung, die mit bürokratischen Pflichten einhergeht, einer passenden Immobilie, essenziellen Versicherungen und einem ausgefeilten Marketing.

Ein eigenes Studio ist nicht automatisch der finanziell beste Weg. Es kann sich lohnen, wenn Standort, Zielgruppe, Positionierung, Kursmodell und betriebswirtschaftliche Planung zusammenpassen. Gleichzeitig ist dieser Weg deutlich anspruchsvoller als eine nebenberufliche Selbstständigkeit oder das Unterrichten auf Honorarbasis.

Versicherungen für Yogalehrer

Wer sich als Yogalehrer selbstständig machen möchte, sollte sich im Vorfeld mit einer Reihe wichtiger Themen auseinandersetzen: die Anmeldung der Tätigkeit, Steuern, Versicherungen, Rentenvorsorge, Verträge und wirtschaftliche Planung. Für alle selbstständigen Yogalehrer gilt der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung trotz keiner gesetzlichen Pflicht als essenziell. Diese schützt Dich vor Schadenersatzforderungen, wenn Kursteilnehmer sich durch Deine Anleitung oder körperliche Korrekturen verletzen oder Sachschäden entstehen. Viele Studios verlangen sogar einen entsprechenden Nachweis, bevor freiberufliche Yogalehrer dort unterrichten dürfen. Je nach Anbieter und Leistungsumfang ist eine Absicherung bereits ab 7 Euro pro Monat möglich.

Mit dem Eintritt in die Selbstständigkeit endet außerdem die automatische Krankenversicherung über den bisherigen Arbeitgeber. Du stehst dann vor der Wahl, freiwillig in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu bleiben oder in die Private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Beide Wege haben Vor- und Nachteile und sollten sorgfältig abgewogen werden, da sie langfristige Konsequenzen haben.

Weiterführend basiert Dein Einkommen als selbstständiger Yogalehrer darauf, dass Du Yogastunden durchführst. Als Yogalehrer ist der eigene Körper das Kapital. Rücken-, Gelenk- oder psychische Probleme können die Berufsausübung dauerhaft beenden. In solchen Fällen kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) die eigene Existenz sichern.

Darüber hinaus gibt es weitere Versicherungen, die je nach persönlicher Situation sinnvoll sein können. Eine Krankentagegeldversicherung schließt die Einkommenslücke ab einem vereinbarten Krankheitstag (z. B. ab dem 15. oder 43. Tag). Eine private Altersvorsorge ist für Selbstständige besonders relevant, da anders als bei Angestellten keine automatischen Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung erfolgen. Solltest Du einen eigenen Kursraum mit Inventar betreiben, solltest Du zudem eine Betriebsinhaltsversicherung in Betracht ziehen. Diese schützt Betriebsgegenstände wie Matten, Bolster, Blöcke oder Audiogeräte gegen Feuer, Einbruchdiebstahl und Leitungswasserschäden. Für Yogalehrer, die ausschließlich in fremden Studios unterrichten und kein eigenes Inventar besitzen, ist diese Police weniger dringend.

Mögliche Spezialisierungen

Spezialisierungen helfen Yogalehrern, ein klares Profil zu entwickeln und bestimmte Zielgruppen zu erschließen. Darüber hinaus können sie neue berufliche und monetäre Perspektiven ermöglichen. Hier ein Überblick möglicher Spezialisierungen:

Hatha Yoga

Hatha Yoga gehört zu den bekanntesten Yogaformen. In vielen Kursen steht Hatha Yoga für eine eher ruhige, körperorientierte Praxis mit Asanas, Atemübungen und Entspannung. Diese Yogaart eignet sich besonders für Einsteiger, da die Übungen meist ausführlich erklärt, bewusst angeleitet und länger gehalten werden. Aus beruflicher Perspektive kann Hatha Yoga ebenfalls relevant sein, denn im Leitfaden Prävention kommt als förderfähiger Yoga-Stil ausschließlich Hatha Yoga in Betracht. Solltest Du künftig Präventionskurse anbieten wollen, die von gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden, solltest Du darauf achten, dass Ausbildung, Kurskonzept und Unterrichtspraxis den Anforderungen der ZPP entsprechen.

Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga ist im Vergleich zum Hatha Yoga dynamischer. Die Übungen werden fließend miteinander verbunden, häufig im Rhythmus der Atmung. Vinyasa-Kurse sprechen oft Menschen an, die Bewegung, Kraft, Koordination und einen aktiven Flow suchen. Als Yogalehrer brauchst Du für Vinyasa Yoga ein gutes Verständnis für sinnvolle Übergänge, Belastungssteuerung und klare Ansagen. Gerade bei dynamischen Sequenzen ist es wichtig, Teilnehmer nicht zu überfordern und Varianten anzubieten.

Yin Yoga

Yin Yoga ist eine ruhige, passive Praxis, bei der Haltungen in der Regel länger gehalten werden. Im Fokus dabei stehen Loslassen, Körperwahrnehmung, Dehnung und Entspannung. Eine Spezialisierung im Yin Yoga adressiert eine Zielgruppe, die Ruhe, Regeneration und einen Gegenpol zum leistungsorientierten Alltag suchen.

Prä- und Postnatales Yoga

Yoga kann sowohl pränatal, also während der Schwangerschaft, als auch postnatal, also nach der Geburt, eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen sanfte Bewegungen, bewusste Atmung, Entlastung, Körperwahrnehmung und Entspannung. Da sich Belastbarkeit, Beweglichkeit und Bedürfnisse je nach Schwangerschaftsphase verändern können, sollten die Übungen individuell angepasst und sicher angeleitet werden.

Auch nach der Geburt kann Yoga eine unterstützende Rolle spielen, etwa um Körperwahrnehmung, Atmung, Entspannung und den achtsamen Wiedereinstieg in Bewegung zu fördern. Für Yogalehrer sind in diesem Bereich fundierte Kenntnisse über Schwangerschaftsphasen, Rückbildung, Beckenboden, Atmung, geeignete Übungsvarianten und mögliche Kontraindikationen besonders wichtig. Ziel ist es, Frauen vor und nach der Geburt achtsam zu begleiten und ihnen eine Praxis zu ermöglichen, die sich stabilisierend, entlastend und unterstützend anfühlt.

Senioren Yoga

Seniorenyoga richtet sich an ältere Menschen und legt den Fokus auf Mobilität, Gleichgewicht, sanfte Kräftigung, Atmung und Sicherheit. Häufig kommen Hilfsmittel oder Stuhlvarianten zum Einsatz.

Für Yogalehrer ist hier ein gutes Verständnis für körperliche Einschränkungen, Gleichgewicht, Gelenkschonung und individuelle Belastbarkeit wichtig. Studienhinweise zeigen, dass Yoga insbesondere im Bereich Balance und Mobilität bei älteren Menschen positive Effekte haben kann, wenn die Übungen passend angeleitet werden [1;2].

Business Yoga

Business Yoga richtet sich an Unternehmen und Berufstätige. Typische Ziele sind Stressreduktion, Beweglichkeit, Entspannung und ein Ausgleich zu sitzender Tätigkeit. Kurse finden häufig vor Ort im Unternehmen, online oder als kurzer Impuls in der Mittagspause statt. Für Yogalehrer kann Business Yoga eine interessante Spezialisierung darstellen, weil Angebote zur Gesundheitsförderung und Stressprävention für Unternehmen zunehmend an Relevanz gewinnen.

Yoga für Sportler

Yoga für Sportler kann Beweglichkeit, Körperkontrolle, Balance, Regeneration und mentale Fokussierung unterstützen. Je nach Sportart können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden: Mobilität für Läufer, Hüftöffnung für Teamsportler, Stabilität für Kraftsportler oder Entspannung für Regenerationsphasen. Als Yogalehrer solltest Du hier verstehen, welche Belastungen eine Sportart mit sich bringt. Yoga für Sportler ist besonders dann sinnvoll, wenn es ergänzend zum Training gedacht wird und nicht in Konkurrenz zur eigentlichen Sportart steht.

Yoga bei Stress

Viele Menschen suchen Yoga nicht primär für Beweglichkeit, sondern als Ausgleich zu mentaler Belastung, innerer Unruhe oder einem fordernden Alltag. Studien deuten darauf hin, dass Yoga Menschen beim Umgang mit Stress unterstützen und sich positiv auf Schlaf, Wohlbefinden und Balance auswirken kann [3;4].

Im Mittelpunkt stehen dabei meist ruhige Bewegungen, bewusste Atmung, Körperwahrnehmung, Achtsamkeit und Entspannung. Entspannungsorientierte Yogaformen können dabei helfen, Anspannung bewusster wahrzunehmen, den Atem zu regulieren und mehr Ruhe in Körper und Geist zu bringen.

Für Yogalehrer ist in diesem Bereich ein sensibles und verantwortungsbewusstes Vorgehen besonders wichtig. Die Übungen sollten niedrigschwellig, sicher und an die Belastbarkeit der Teilnehmer angepasst sein. Darüber hinaus sollte Yoga jedoch als ergänzende Praxis verstanden werden, die keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ersetzt.

Präventionskurse

Präventionskurse können für Yogalehrer eine interessante Spezialisierung sein, wenn sie Yoga stärker im Bereich Gesundheitsförderung, Entspannung und Stressprävention positionieren möchten. Im Unterschied zu frei gestalteten Yogakursen folgen Präventionskurse inhaltlichen und strukturellen Vorgaben, die wie im Abschnitt „Krankenkassenzuschuss und ZPP“ erläutert wurde, von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) festgelegt wurden. Für Yogalehrer kann diese Spezialisierung attraktiv sein, weil zertifizierte Kurse für Teilnehmer finanziell interessanter sind und Vertrauen schaffen.

Weitere Informationen zur Ausbildung

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