Bedeutung eines BGM für den Arbeitgeber

BGM

Teil 3

Bedeutung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements für den Arbeitgeber

von David Klinkhammer

In unseren vorangegangenen Artikeln haben wir die Nachteile eines immobilen Lebensstils sowie einer unausgewogenen Ernährung beleuchtet. Die Folgen sind ein erhöhtes Aufkommen von Muskel-Skeletterkrankungen sowie Herz-Kreislauferkrankungen, die früher oder später zu Arbeitsunfähigkeitstagen (AU-Tage) führen.
Im Jahr 2017 betrugen die AU-Tage in Deutschland ca. 16,7 Tage pro Kopf. In der Summe ergeben das 668,6 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage. Die daraus entstandenen, sogenannten Produktionsausfallskosten (u.a. Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall) wurden auf 76 Mrd. Euro geschätzt. Fast ein Drittel der Fehltage bzw. der genannten Kosten fallen auf die o.g. Muskelskelett- und Herzkreislauferkrankungen zurück.

Die Vorteile eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements
Studien belegen, dass die Implementierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zu einer Reduzierung der Krankheitstage von bis zu 25 % führen kann. So ergibt sich der hohe Nutzen für den Arbeitgeber: Mit jedem investierten Euro in gesundheitsfördernde Maßnahmen können ca. 2,70 Euro durch reduzierte Fehlzeiten eingespart werden.

Neben einer Verminderung der Arbeitsunfähigkeitstage und den damit entstehenden Kosten,  hat die Integration eines BGM für den Arbeitgeber auch steuerliche Vorteile. Pro Mitarbeiter und Kalenderjahr kann ein Unternehmen 500 Euro lohnsteuerfrei für Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren. Hinzu kommt die Reduzierung des Krankenkassenbeitrags. Weiterhin fördert der Staat Programme wie „unternehmensWert:Mensch“, die Unternehmen zertifizierte Prozessberaterinnen - u.a. im Bereich Gesundheit - zur Verfügung stellen.

Die Implementierung von verschiedenen Maßnahmen und Angeboten im Bereich BGM hat auch Auswirkungen auf das Employer Branding eines Unternehmens. Ein erfolgreich implementiertes BGM kann gegenüber dem Mitarbeiter eine hohe Wertschätzung ausdrücken, was wiederum Einfluss auf die Motivation und Leistungsbereitschaft des Einzelnen hat, und kann helfen, junge Fachkräfte im Fall des Recruitings von sich zu überzeugen.

Maßnahmen des BGM
Neben der Arbeitssicherheit und dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement, sind es vor allem Maßnahmen zur Reduzierung der Ausbruchswahrscheinlichkeit oben genannter Krankheiten, die ein BGM umfasst. Um sich als Arbeitgeber einen Überblick über den Bedarf der Mitarbeiter an präventiven Maßnahmen verschaffen zu können, empfiehlt sich zunächst eine Umfrage per Fragebogen unter den Mitarbeitern.

In der Arbeitswelt unterscheidet man zwischen Verhältnis- und Verhaltensprävention. In der ersten Kategorie schafft der Arbeitgeber ein gesundheitsförderndes Umfeld. Hierzu zählen bspw. bewegte Mittagspausen, ergonomische Arbeitsplätze, Kooperationen mit Fitnessstudios, frische Obstkörbe, Desinfektionsspender. Bei der Verhaltensprävention ist das Individuum selbst gefragt, an einem gesunden Lebensstil zu partizipieren. Ungesunde Angewohnheiten, wie Rauchen, schlechte Ernährung und wenig bis keine Bewegung, sind hier Anlaufstellen. Auch wenn diese Angewohnheiten selbstbestimmt sind, kann der Arbeitgeber durch Aufklärung, Unterstützung bzw. Anreizsysteme hilfreich zur Seite stehen - denn vielen Mitarbeitern ist der Auslöser ihrer Probleme schlichtweg nicht bewusst.

Mehr Informationen über die Definition und Bedeutung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagement findet ihr hier!