Gesund im Arbeitsalltag

Viele Stunden seines Lebens verbringt der Mensch bei der Arbeit. Der Großteil der Menschen verbringt dabei die Arbeit sitzend im Büro. Die Folge in den meisten Fällen ist das Leiden der Gesundheit. Wie lässt sich also mehr Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren? Wie kann man trotz Terminstress eine gesunde und ausgewogene Ernährung in der Mittagspause einhalten? Und welche Vorteile hat ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement am Ende für den Arbeitgeber?

In den nächsten Wochen möchten wir thematisieren, wie der Mensch auch im Arbeitsalltag ein gesundes Leben führen kann. Wir stellen Mobilisierungsübungen vor, die ganz einfach am Arbeitsplatz durchgeführt werden können und zu spürbarer Verbesserung geschädigter Strukturen führen. Mit gezielten Kraftübungen können zudem weitere Beschwerden vorgebeugt werden. Erweitern wollen wir das Thema durch eine ausgewogene Ernährung am Arbeitsplatz. Mangelnde Bewegung und falsche Ernährung führen nicht nur zu Übergewicht, sondern ein Mangel an bestimmten Vitaminen, Mineralien, Fetten und Aminosäuren können sich stark auf die Konzentration am Arbeitsplatz auswirken. Wir zeigen, dass es nur wenig Aufwand bedarf, eine echtes Powerfoodmeal für die Mittagspause zuzubereiten. Zum Abschluss unserer Reihe beleuchten wir die Vorteile eines erfolgreich implementierten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) für den Arbeitgeber.

Gesund im Arbeitsalltag

Teil 1

Mehr Bewegung im Arbeitsalltag

von David Klinkhammer

Der Steinzeitmensch legte circa 40 Kilometer seiner Tagesstrecke zu Fuß hin. Für viele einheimische Stämme steht das heute noch auf der Tagesordnung. Dieses hohe Pensum beschreibt meist die Strecke, welche vom Lager zur Jagd hin- bzw. wegführt. Der Mensch ist demnach dazu konzipiert, große Strecken zu Fuß zu absolvieren, um sein Überleben zu sichern. Der moderne Mensch jedoch geht laut einer Stanford Studie lediglich 4 km am Tag. Durch die vielfältigen Mobilitätsmöglichkeiten im urbanen Raum ist es nicht mehr nötig, Strecken zu Fuß zu absolvieren. Neben dem Auto ist die nächste Bus- oder Bahnhaltestelle meist nur einen Katzensprung entfernt. Bis zur Arbeit sind es dann meist nur wenige Schritte, welche gut mit einem der neuen E-Scootern bewältigt werden können. Dazu kommen Aufzüge und Rolltreppen, vor denen es zu regelrechten Warteschlangen kommt. Da stellt sich die Frage, wann ist die Bewegung zu einer solchen Last für den Menschen geworden?

Ein Erklärungsansatz liefert der Wandel unserer Arbeitswelt. Früher arbeiteten die meisten Menschen im produzierenden Gewerbe und verrichteten somit körperliche Arbeit. Heutzutage arbeitet der Großteil der Menschen im Büro. Der Arbeitsalltag findet größtenteils im Sitzen statt. Wenn früher vermehrt der komplette Körper gefordert wurde, sind es heutzutage nur noch zehn Finger - der Rest des Körpers sitzt fixiert und gepolstert in einem Bürostuhl.

In Sachen Mobilität kam es in den letzten Jahrzehnten ebenfalls zu einer starken Veränderung. Seit 1970 ist die zurückgelegte Strecke mit dem Auto um etwa 240% in Deutschland gestiegen. Straßanebahn, U-Bahn und Zug verzeichnen trotz der vermehrten Autonutzung ebenfalls ein stetiges Wachstum. Eine Umfrage des Karriereportals Stepstone hat ergeben, dass nur 14% der Arbeitnehmer das Fahrrad für den Arbeitsweg nutzen; 65% nutzen das Auto, 22% den ÖPNV und 15% die Bahn.

Was sind die Folgen für den menschlichen Körper?
Herz-Kreislauferkrankungen zählen immer noch zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Diese werden überwiegend durch einen falschen Lebensstil (schlechte Ernährung und wenig Bewegung) ausgelöst.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate aerobe Anstrengung in der Woche, wodurch das Mortalitätsrisiko bereits um 30% gesunken wird. Die Auftretenswahrscheinlichkeit einer kardiovaskulären Erkrankung (Herz-Kreislauf-Erkrankungen) ist gegenüber einem inaktiven Lebensstil ebenfalls um 32% geringer. Dehnt man die Aktivitäten aus, sind die Effekte umso höher.

Die 150 Aktivitätsminuten lassen sich gut mit einer täglichen Schrittzahl von 10.000 Stück bewältigen. Das ist ungefähr doppelt so viel wie die eingangserwähnten 4 Kilometer, die der Mensch nur im Durchschnitt zurücklegt. Warum also nicht das aus der Mode gekommene „zu Fuß gehen“ wieder mehr in den Alltag integrieren?

Form follows Function
Unser Körper ist in der Lage, mehrdimensional zu arbeiten. Wir können uns vorwärts, rückwärts und seitwärts fortbewegen. Unsere flexible Wirbelsäule ermöglicht es, sich zur Seite zu drehen bzw. zu neigen. Wir können aus einer gehockten Haltung Dinge vom Boden anheben und durch eine anschließende Streckung diese auf einer höheren Ebene ablegen. Vernachlässigen wir diese Bewegungen, besteht kein Anlass für den Körper, Ressourcen für die von klein an gegebene Bewegungsvielfalt zur Verfügung zu stellen.

Laut einer Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gehen die meisten Arbeitsunfähigkeitstage auf Erkrankungen des Muskel-Skelettetsystems zurück. Dies sind Erkrankungen, die sich nachweislich durch Bewegung verhindern lassen. Die WHO empfiehlt daher an zwei Tagen kräftigende Übungen für die Skelettmuskulatur durchzuführen. Das Bundesministerium für Gesundheit geht noch weiter und empfiehlt außerdem Beweglichkeits- und Koordinationsübungen mit einzubeziehen.

Daher möchten wir Euch in der nächsten Woche zeigen, wie wir durch eine monotone Sitzhaltung induzierte Beschwerdebilder, durch kleinere Workouts merklich verbessern können. Darüber hinaus schaffen wir einen Anreiz für das Training im Fitnessstudio, um Alltagsbelastungen auch langfristig stand halten zu können.
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