Interview mit Marleen Kruse

Foto Joel Wessel

Absolvent Sport- und Fitnesskaufmann (IHK)

Lieber Joel, Anfang 2024 hast Du Deine Ausbildung als Sport- und Fitnesskaufmann (IHK) an der Deutschen Sportakademie erfolgreich abgeschlossen und machst jetzt Deinen Fitnessfachwirt bei uns. Du hast Deine Begeisterung für Sport und Gesundheit zum Beruf gemacht – und das mit gerade einmal 24 Jahren. Darüber möchten wir natürlich mehr erfahren!

Warum hast Du Dich damals für eine Ausbildung in der Fitnessbranche entschieden und was war Dir bei der Wahl Deiner Ausbildung besonders wichtig?
Ich habe mich für die Ausbildung in der Fitnessbranche entschieden, weil ich schon immer sportbegeistert war und diese Leidenschaft gerne an andere weitergeben wollte. Mein Ziel war von Anfang an der Bereich Personal Training. Hier kann ich besonders intensiv mit meinen Klienten zusammenarbeiten, um mit ihnen zusammen ihre Ziele noch gezielter zu erreichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war mein Wunsch, mir fundiertes Wissen und praktische Fähigkeiten anzueignen, um nicht nur mich selbst, sondern auch meine Freunde und Familie fit zu machen und fit zu halten als auch optimal auf das Alter vorzubereiten. Genau aus diesem Grund war mir die fachliche Vermittlung in der Ausbildung enorm wichtig – und durch die vielen verschiedenen Lizenzen, die ich im Rahmen der Ausbildung absolviert habe, habe ich ein großartiges Fundament erhalten.

Stichwort sportbegeistert: Für welche Sportarten begeisterst Du Dich denn besonders?
Neben Handball und Kraftsport begeistere ich mich für das Skillcourt-Training, ein interaktives Trainingssystem, das Kopf und Körper gleichzeitig fordert (kognitiv-motorisches Training oder auch vikomotorisches Training genannt). Das Prinzip: Ein Bildschirm zeigt Aufgaben (Zahlen, Farben, Symbole), auf die man so schnell wie möglich durch Schritte oder Sprünge auf dem sensorgesteuerten Boden reagieren muss. Das Ziel: Verbesserung von Reaktionszeit, Raumorientierung, Gedächtnis und Entscheidungsschnelligkeit („Neuroathletik“). Skillcourt-Training wird oft auch im Profisport (Spielintelligenz), in der Physiotherapie (Reha und Sturzprophylaxe) und im Fitness eingesetzt.

Duale Ausbildung heißt, Du arbeitest in einem Betrieb, um praktische Erfahrung zu sammeln und lernst die theoretischen Inhalte der Ausbildung bei uns an der Deutschen Sportakademie. Worauf hast Du bei der Auswahl Deines Ausbildungsbetriebs Wert gelegt? Was zeichnet in Deinen Augen einen attraktiven Arbeitgeber aus?
Bei der Auswahl meines Ausbildungsbetriebs lag mir vor allem viel an beruflichen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten – auch für die Zeit nach der Ausbildung. Mein Arbeitgeber war direkt damit einverstanden, dass ich im fließenden Übergang nach der Ausbildung den Fitnessfachwirt starte und unterstützt mich auch weiterhin voll dabei. Außerdem habe ich schon kurz nach dem Start der Ausbildung gemerkt, dass mir der medizinische Trainingsaspekt immer wichtiger wird. Aus diesem Grund habe ich zu Beginn meines zweiten Ausbildungsjahres, Anfang 2022, den Betrieb gewechselt und bin zu meinem jetzigen Arbeitgeber, der Wellness-Oase Drensteinfurt, gegangen. Dort hatte man großes Verständnis für meine Situation beim Wechsel und hat mich sehr schnell unter Vertrag genommen. Genau das macht für mich einen guten Arbeitgeber aus: Fördermöglichkeiten, Unterstützung und das nötige empathische Know-how.

Deine Ausbildung hast Du bereits erfolgreich abgeschlossen. Was hat Dir an Deiner Ausbildung besonders gut gefallen? Was hat Dich motiviert?
Besonders begeistert hat mich die enorme Vielfalt und die hohe fachliche Qualität der einzelnen Seminare. Egal, ob es um die Personal Trainer Lizenz, das Functional Trainer Praxisseminar oder die Finanzbuchhaltung im kaufmännischen Teil ging – die Inhalte wurden immer verständlich und professionell vermittelt. Ein großes Lob geht dabei an die Dozenten der Deutschen Sportakademie: Sie waren zuvorkommend und haben Inhalte geduldig (auch ein fünftes oder sechstes Mal) erklärt, bis alles absolut klar war, was sowohl für die Präsenzkurse als auch für die Online-Meetings galt. Auch die Betreuung durch die Akademie selbst war während der gesamten Ausbildung top, denn bei Fragen zu Abläufen, organisatorischen Dingen oder Terminverschiebungen gab es superschnell eine passende Lösung.

Mich hat von Anfang an motiviert, wie viel tiefgehendes Wissen und wie viele echte Lizenzen man hier parallel erwirbt. Die einzelnen Bereiche wie beispielsweise das Functional Training sind nicht nur kurz oberflächlich angeschnitten, sondern richtig vertieft worden, was die Ausbildung für mich im Vergleich zu anderen Anbietern deutlich attraktiver gemacht hat.

Wie gefällt Dir das flexible Online-Lernsystem der Deutschen Sportakademie? Was sind aus Deiner Sicht die Vorteile?
Das Lernsystem hat mir persönlich gut gefallen und hat perfekt zu mir gepasst. Da man völlig ortsungebunden lernen kann, hat das meinen Alltag enorm erleichtert. An den Online-Meetings konnte ich flexibel von überall aus teilnehmen, und die Präsenztermine in Köln standen im Schnitt nur alle 8 bis 12 Wochen an. Ein riesiger Vorteil daran war, dass ich meinen Urlaub völlig frei und unabhängig von den Schulferien planen konnte. Auch das Zusammenspiel der verschiedenen Lernformen – die Mischung aus Präsenzphasen, Online-Unterricht und dem praktischen Arbeiten im Betrieb – war für mich genau die richtige Aufteilung.

Welche Aufgaben hast Du während Deiner Ausbildung im Studio übernommen? Welche Lerninhalte aus der Ausbildung konntest Du dafür bereits nutzen?
Während meiner Ausbildung im Studio durfte ich bereits jede Menge Verantwortung übernehmen. Ich habe die Leitung verschiedener Kurse wie Rücken- und Functional-Trainings-Kurse geleitet und flexibel Vertretungen für Kurse wie Bauch-Beine-Po übernommen. Neben der direkten Betreuung und Motivation der Mitglieder auf der Trainingsfläche gehörten auch administrative Aufgaben wie die Vertragspflege, Beratungs- und Verkaufsgespräche sowie die regelmäßige Gerätewartung zu meinem Alltag. Das Schönste daran war, den Mitgliedern und Klienten langfristig dabei zu helfen, ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Bei all diesen vielfältigen Aufgaben haben mir die passenden Module aus dem Unterricht der Akademie enorm geholfen und mich jeweils optimal auf die neuen Herausforderungen vorbereitet.

Wie hast Du Dich durch die Ausbildung persönlich weiterentwickelt? Was hat sich in Deinem Leben verändert?
Durch die Ausbildung trete ich persönlich mittlerweile deutlich selbstbewusster und kommunikativer auf. Anfangs war ich eher zurückhaltend und stand nicht gerne im Mittelpunkt, was sich in diesem Beruf natürlich kaum vermeiden lässt. Doch auch, wenn das anfangs eine Herausforderung war, ist es letztendlich reine Lernsache. Heute schätze ich beide Seiten: Ich genieße es nach wie vor, mal ganz konzentriert für mich zu arbeiten, freue mich aber genauso sehr auf den Austausch und die Gesellschaft der Mitglieder und Klienten. Diese Veränderung hat sich komplett in meinen Alltag übertragen. Ich schaffe es jetzt viel schneller und offener von mir aus auf Menschen zuzugehen, Gespräche zu beginnen oder Dinge direkt nachzufragen, anstatt nur abzuwarten, bis etwas passiert.

Was hast Du nach Deiner Ausbildung gemacht? Welche beruflichen Ziele verfolgst Du?
Nach meinem Abschluss bin ich direkt den nächsten Schritt gegangen und habe das berufsbegleitende Studium zum Fitnessfachwirt an der Deutschen Sportakademie drangehängt. Das bewährte Lernsystem aus Online-Meetings und Präsenzterminen ist zwar dasselbe wie in der Ausbildung, aber der Wechsel auf ein berufsbegleitendes Modell ist natürlich noch mal eine neue, absolut machbare Herausforderung.

Parallel dazu hat mich mein Ausbildungsbetrieb übernommen, wo ich jetzt als Medizinischer Personaltrainer arbeite. Dort leite ich diverse Kurse, sogar das Skillcourt-Training, gebe Personal Trainingseinheiten u.a. mit BIA-Analysen als auch BALLance Training (Faszientraining), gebe Unterstützung und helfe meinen Klienten im Punkto Athletik/Kraftaufbau/Functional Training sowie in der Beratung allgemein, aber mit Fokus auf Sporternährung und Abnehm-Programmen.

Mein kurzfristiges Ziel ist es nun logischerweise, den Fachwirt erfolgreich zu absolvieren. Langfristig möchte ich mich im Bereich Reha- und Athletiktraining spezialisieren. Mein großer Traum ist es, im professionellen Vereinssport – egal ob Handball, Fußball, American Football, Volleyball oder Basketball – Fuß zu fassen. Ich möchte Sportlerinnen und Sportler sowohl individuell als auch im Team als Kollektiv ihren Zielen näherbringen und meine Leidenschaft komplett zum Beruf machen.

Welche beruflichen Perspektiven siehst Du für Azubis, die sich für eine Ausbildung im Fitnessbereich entscheiden?
Eine Ausbildung im Fitnessbereich öffnet Türen zu unglaublich vielfältigen und zukunftssicheren Karrierewegen, die weit über das klassische Training hinausgehen. Wer nah am Kunden bleiben möchte, arbeitet weiterhin als Fitness- und Gesundheitstrainer in Studios, Wellnesszentren oder Sportclubs, oder geht den Weg in die Spezialisierung. So kann man sich – wie ich es als Medizinischer Personaltrainer getan habe – als selbstständiger oder angestellter Coach auf das individuelle Personal Training für Einzelpersonen oder Gruppen konzentrieren.

Weitere spannende Vertiefungen, mit denen ich mich bereits durch Fortbildungen und eigene Recherche beschäftigt habe, sind das Reha-Training, die Vertiefung der Ernährungsberatung über den Sporternährungsberater hinaus oder das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Auch der Schritt in die komplette Selbstständigkeit mit einem eigenen Studio oder einem Online-Coaching-Business ist eine tolle Option. Wer sich eher für die strategische Seite begeistert, kann dank der gesammelten Erfahrung und passenden Weiterbildungen ins Management aufsteigen, um beispielsweise als Studioleitung oder Trainer-Manager Verantwortung zu übernehmen. Sogar der Wechsel in den Vertrieb und das Produktmanagement bei Herstellern von Fitnessgeräten oder Sportartikeln ist möglich.

Die Fitnessbranche ist extrem dynamisch und wächst durch das steigende Gesundheitsbewusstsein rasant. Das Beste daran: Durch den kaufmännischen Teil der Ausbildung steht einem am Ende sogar der Quereinstieg in klassische kaufmännische Berufe oder – je nach Schulabschluss – ein Studium an einer Fachhochschule komplett offen.

Wenn Du jemandem eine Ausbildung im Fitnessbereich empfehlen würdest, was wären Deine Argumente?
Wenn ich jemandem eine Ausbildung im Fitnessbereich empfehlen würde, sprechen vor allem die hervorragenden Perspektiven und die enorme Vielseitigkeit dafür. Die Branche wächst stetig und die Nachfrage nach qualifizierten Trainern und Coaches ist hoch, was für echte Jobsicherheit und tolle Aufstiegschancen sorgt. Auch wenn Social Media heute oft als Ratgeber dient, schätzen die Menschen den persönlichen Austausch und echte Erfahrungswerte vor Ort umso mehr. Dabei stehen einem neben dem klassischen Personal Training unzählige Spezialisierungen wie Gruppenfitness, Ernährung, Reha-Sport, Präventionstraining oder der Schritt in die Selbstständigkeit offen. Für mich persönlich war es eine riesige Motivation, täglich die Gesundheit und das Wohlbefinden von unseren Mitgliedern und Klienten aktiv zu verbessern. Sowohl während als auch nach der Ausbildung habe ich gemerkt, wie lebendig die Branche durch die vielen Fortbildungsmöglichkeiten bleibt – man lernt nie aus und kann sich immer am Puls der Zeit weiterentwickeln.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Flexibilität bei den Arbeitszeiten, wodurch sich der Beruf perfekt mit der Familie, einem Studium oder eben Hobbys vereinbaren lässt; in meinem Fall hat das Training super mit meiner Leidenschaft für den Handball harmoniert. Gleichzeitig bringt dich die Ausbildung menschlich enorm weiter: Man stärkt seine sozialen Kompetenzen, lernt Selbstmanagement und baut viel Selbstbewusstsein auf. Am Ende stehen aber die beiden wichtigsten Faktoren überhaupt, die für jeden Beruf gelten sollten: Spaß und Leidenschaft. Wer selbst sportbegeistert ist, macht hier sein Hobby zum Beruf und tut täglich genau das, was er liebt. Ich habe für mich definitiv die richtige Wahl getroffen und kann diesen Weg jedem von Herzen empfehlen!